Feuerwehr Innovationen & Erfindungen

💡 Innovationen & Erfindungen

Über das letzte Jahr hinweg haben wir nach und nach einige Innovationen & Erfindungen eingeführt und umgesetzt.

Das zeigt wie fortschrittlich unsere Führung und Mannschaft denkt und arbeitet.
Zum Wohle und Schutz der Bevölkerung der Stadt Maxhütte-Haidhof, des Städtedreiecks und darüber hinaus.

Die Ideen dazu kamen teils aus den eigenen Reihen, teils hat man sich das Ein oder Andere auch bei Kollegen abgeschaut.

Zum nachmachen für andere Wehren gerne empfohlen.

  • 1
  • Fifo
  • Karten
  • Mehrzweckzug

  • SAN
  • Schlauchpaket
  • Sicherung

Die Beschreibung zu den jeweiligen Bildern gibts hier untenstehend.


„Plane zur Geräteablage mit Bildern und System“

▶️ Hintergrund:
Eine Geräteablage wird zum Beispiel bei Verkehrsunfällen erstellt. Die Plane dient zur Ablage von Geräten wie Rettungsschere und -spreizer, Feuerlöscher, Kleinwerkzeug, Zubehör usw. In aller Regel halten Feuerwehren einfarbige Planen vor, ohne jegliche Beschriftung oder gar Bebilderung.
Wir haben unsere Geräteablage durchstrukturiert und durchdacht. Ob es sich um eine eingeklemmte Person oder um einen Maschinenunfall handelt. Die Plane wird strukturiert von links beginnend (die wichtigsten Erstgeräte) aufgebaut. Der Brandschutz am rechten Rand wird parallel von einem weitern Trupp erstellt und dient hierauf nur als Gedankenstütze. Grundsätzlich werden alle Geräte hierauf abgelegt und die Bilder helfen dabei auch keins zu vergessen.
Im Einsatzverlauf kann sich eine Lage schnell ändern, sodass der Gruppenführer auf eine Variante B umsteigen muss. Die Geräte hierfür liegen bereit. Sofern es sich um keine „Heben-/ Bewegen Lage“ handelt kann der Gruppenführer entscheiden den Mehrzweckzug sowie die Hebekissen wegzulassen.
Angefertigt wurde die Plane übrigens per maßstabsgetreuem Drohnenfoto, Bildbearbeitung und Digitaldruck auf Lkw Plane. Zur besseren Sichtbarkeit in der Nacht ist sie mit Reflex-Dots in den Ecken beklebt. Außerdem kann die Plane zweckentfremdet und durch die rundume Ösung auch als Sichtschutz verwendet werden.


„Die Fi-Fo-Röhre“

▶️Hintergrund:
Heute haben wir eine Erfindung aus der Lagerhaltung, die auch bei uns seit diesem Jahr Einzug hält.
Jede Atemschutzmaske muss zu definierten Inspektionen. Damit sichergestellt ist, das nicht immer die gleichen Masken auf den Fahrzeugen verlastet sind und entsprechend nach einer Benutzung zur Inspektion kommen, haben wir in der Fahrzeughalle eine First-In-First-Out Röhre mit Rohrschellen montiert. Das 200 mm KG-Rohr wurde auf der Vorderseite per Trennschleifer eingeschnitten. Die Befüllung findet per abnehmbaren Deckel oben statt. Wenn eine Maske verbraucht ist wird von unten eine Neue entnommen und im Fahrzeug wieder einsatzbereit verlastet. Die nächste AT-Maske rutscht automatisch nach und wartet auf seinen nächsten Einsatz. Ein Kreislauf der sicherstellt das alle Masken regelmäßig in Benutzung sind und die Arbeit der Gerätewarte ein Stück weit entlastet.


„Unsere Meßnerskreither Erstangriffsbox“

▶️ Hintergrund:
Wie der Name schon sagt handelt es sich hierbei um eine Box bzw. Kiste welche bei uns standardmäßig der 1. Trupp bei Einsätzen zur Technischen Hilfeleistung mit an die Einsatzstelle trägt. Darin sind Gegenstände die der Trupp bereits im Ersteinsatz sehr gut gebrauchen kann. Beispielsweise ein Federkörner und Nothammer (zum schnellen öffnen von Fensterscheiben), ein Radkeil (zum sichern von z.B. Fahrzeugen) oder ein Holzkeil (um bei Quetschungsverletzungen z.B. eine erste Entlastung zu schaffen). Ein Universalmarker und Rettungsmesser runden den Inhalt der Box ab. Der 10 Meter lange Spanngurt ist ist bereits eingefädelt und so für einen Soforteinsatz (z.B. sichern einer Last) vorbereitet. Idee und Zusammenstellung aus Meßnerskreith.


  „Mehrzweckzug- zeitaufwendig und kompliziert?!“

▶️ Hintergrund:
Der am Löschgruppenfahrzeug verlastete Mehrzweckzug (MZ 16) hat eine maximale Zugkraft von 1,6 to. beziehungsweise mit „Loser Rolle“ 3,2 to. Doch bisher war das in Einsatz bringen relativ zeitaufwendig. Außerdem muss man bei Dunkelheit auswendig wissen wo die Zug- und Festpunktseite ist. Diese negativen Faktoren haben wir aus dem Weg geschaffen indem wir das Stahlseil dauerhaft eingefädelt haben. Es zieht sich leichter um die benötigte Länge nach vorne als das 30 Meter lange Seil von der Lagerrolle abzuwickeln und Stück für Stück von vorne nach hinten einzufädeln. Außerdem könnte im ungünstigsten Fall das Gerät falsch rum aufgebaut werden. Ein Einsatz wäre so und so nur mit Zeitverzug möglich.
Bei Befehl des Gruppenführers können wir die Last so binnen weniger Minuten anschlagen und zu einem Einsatzerfolg kommen.


  „Schlauchpaket für den Innenangriff“

▶️ Der Angriffstrupp braucht für seine Brandbekämpfung im Innenangriff C-Schläuche sowie ein Strahlrohr.
Bisher waren die C-Schläuche gerollt oder in Buchten gelegt in Tragekörben verlastet. Vor der Brandwohnung, beispielsweise im Treppenhaus musste der Trupp seine Schlauchreserve (dient ihm zum Vorgehen bis zum Feuer) verlegen um diese mit Wasser füllen zu können. Ein enges Treppenhaus wird so ganz schnell zum Schlauchsalat und zur Unfallgefahr. Mittlerweile führen wir in einem Korb ein Schlauchpaket mit. Der 30 Meter C-Schlauch ist speziell gelegt und mit selbstöffnenden Klettbändern zusammengeschnürt. Kommt Druck auf die Leitung öffnen sich die Bänder automatisch und aus dem Schlauch entstehen Loops. Diese können dann passend vor die Eingangstüre gestellt werden. Ein Nachziehen der Schlauchleitung in die Brandwohnung ist so deutlich einfacher und kräftesparender.
Zudem befindet sich am Schlauchpaket direkt einsatzbereit eine Turbospritze (C-Hohlstrahlrohr ohne Griff). Ein C-Rollschlauch und ein Rauchschutzvorhang (schottet verrauchte Bereiche ab) sind am Korb befestigt. Ein richtiger Allrounder. Selbstgebaut und mit Idee aus Meßnerskreith.


  „Erste-Hilfe auf einem Stand“

▶️ Hintergrund:
Bisher haben wir in unseren beiden Fahrzeugen sowie im Gerätehaus drei unterschiedliche Rettungsrucksäcke vorgehalten. Nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich waren alle drei verschieden. Das machte einen effektiven Einsatz schwierig. Passende Erste-Hilfe-Materialien mussten immer erst zeitaufwendig in den jeweiligen Taschen gesucht werden. Mittlerweile sind die beiden Rucksäcke in den Fahrzeugen identisch. Sowohl optisch als auch inhaltlich. Die erweiterte Erste-Hilfe (z.B. Sauerstoffflasche etc.), bei der weiterführende Ausbildungen notwendig sind, wurde im MZF separat in einer Tasche verlastet. Gleiche Rucksäcke mit gleichem Inhalt für einen einfacheren Umgang, schnelleres Handeln und effektivere Hilfeleistung.
Die Einmalhandschuhe welche vormals immer lose in den Fahrzeugen rumflogen haben fixe Plätze bekommen. In den Türen des Löschgruppenfahrzeugs sind sie immer griffbereit und sicher aufbewahrt.
Nachdem die Halterungen anfangs oben keinen Deckel hatten, weichten die Kartonschachteln bei geöffneter Türe und Regenwetter schnell durch. Ein eigenst gefertigter Deckel mit Klappscharnier schützt nun auch vor Regen. Made in Meßnerskreith.


  „Einsatzübung - aber wie war nochmal schnell die Bedienung eines Gerätes“.

▶️ Hintergrund:
2016 hat sich die Führung entschieden vermehrt auf Einsatzübungen umzusteigen. Die klassische Stationsausbildung lehrt zwar ein jedes Gerät detailliert und ausführlich, allerdings kommt die praktische Anwendung dabei oftmals, wenn überhaupt, zu kurz. Also wie der Rettungsspreizer funktioniert ist bekannt, aber wie man ihn effektiv am Fahrzeug einsetzt nicht. Einsatzübungen bedeutet die Gruppe bekommt einen Einsatzauftrag. Eine Übungsstelle ist anschaulich gestaltet und zeigt eine klare Mission. Die Gruppe arbeitet nach einem eigens ausgearbeiteten Taktikkonzept (made in Meßnerskreith) den Einsatz von Anfang bis Ende ab.
Doch auch diese Einsatzübungen haben einen Nachteil. Wenn ein Kamerad auf einem Gerät noch nicht fit ist, dies aber bei der Einsatzübungen beherrschen und einsetzen soll, gibts oft Probleme. Dies führt zu Missverständnissen und gefährdet letztendlich auch den Einsatz- und Übungserfolg. Darum haben sich einige Kameraden die Arbeit gemacht aktuell rund 20 Karten anzufertigen. Jede „Übung vor der Übung“ kurz „ÜvÜ“ besteht aus drei Karten. Neben dem Einsatzauftrag gibts eine Karte mit Fragen zum Gerät sowie natürlich die passenden Lösungen mit Verweis auf Vorschriften und Regelwerke dazu.
Eine Idee aus Meßnerskreith!

 

Bericht: (c) Julian Philipp FF Meßnerskreith || Fotos: (c) Christine Rüth, FF Meßnerskreith